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Millennium Dome to Greenwich walk

Mike just posted some excellent photos of soon to be gone brownfields and industrial sites in Greenwich:
«There's a little-used but really interesting walk that runs from the Millennium Dome (or 'The O2' or whatever it's now called) along a riverside path into Greenwich. The walk breezes past acres of empty, deserted land and disused quays that will, no doubt, soon be sprouting ghastly developments galore.»

www.urban75.org

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Brutal Architecture again

Interesting discussions are currently going on in the UK raised by the uncertain future of Robin Hood Gardens estate in London (built by the Smithsons).
One of the more interesting quotes is from Stephen Bayley in the Observer in his rather good piece on "brutal architecture", titled "You want the brutal truth? Concrete can be beautiful" :

"...Worse, the unintelligent housing policies of Tower Hamlets populated Robin Hood Gardens with the tenants least likely to be able to make sensible use of the accommodation. We have to whisper it, but the Unité d'Habitation works because it is populated by teachers, psychologists, doctors, graphic designers, not by single mothers struggling with buggies."

Bayley is somewhat harsh on the tennents there, and I doubt he's been speaking to them. Yet I think there may be some truth in his statement.
Dan Hill has a good and thorough post on the issue, highlighting different aspects and oppinions on city of sound: "Robin Hood Gardens is not the same as a digital model of Robin Hood Gardens..." read on.

picture from flickr
Picture by John Levett

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Blue cloud over Brixton

Brixtoncloud-1Brixtoncloud-2Brixtoncloud-3Brixtoncloud-4

Mike Slocombe, the editor of the fabulous urban 75 website took some beautiful pictures of a fascinating phenomenon in the sky above London last night.

"I saw this crazy blue glowing cloud over Brixton around 2.20 am this morning. It looked like the Aurora Borealis had gone walkabout from the north pole..."

www.urban75.org/2006/06/blue-glowing-cloud-over-brixton-london.html

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LONDON: Im Netz der kommunizierenden Röhren
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New Field on Urbanfields.net: London Fields Update

Urbanfields.net just received a further update in the fields section, as Luisa Santos provides us with her take on London. Her reoccuring theme is windows and her London field holds a new look at some familiar sites along the river Thames.

http://urbanfields.net/fields/london2/

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LONDON: Im Netz der kommunizierenden Röhren

Londonstreets 1Londonstreets 2Londonstreets 3Londonstreets 4

Bettina Spoerri über die Faszination London's

Im März 2005

Wieder einmal bin ich einige Tage in London. Früher besuchte ich hier meine Grosstante, sie verbrachte hier die letzten dreissig Jahre ihres Lebens und betonte immer, sie könne sich nicht vorstellen, je wieder in der Schweiz zu leben: Da sei es ihr zu eng. In manchen Stadtteilen Londons fühle ich mich zu Hause; in wenigen Städten auf der Welt gibt es so eine Vielfalt an Kulturen, die dicht nebeneinander und manchmal sogar miteinander existieren. Am liebsten gehe und fahre ich stundenlang durch London, ohne definiertes Ziel, schaue mir die Menschen an, die Strassen, den Verkehr. Vor allem der ist hier bemerkenswert – nicht nur, weil er linksorientiert ist. Im Transportsystem Londons spiegeln sich die Nostalgie, die Tradition, aber auch das Modernitätsstreben der Metropole.
Ich gehe und gehe – stehen bleiben darf man nicht, sonst wird man umgestossen oder bestenfalls heftig angerempelt. In London muss der Verkehr fliessen, andernfalls droht hier schnell der Kollaps. Auf der Oxford Street sind viele Touristen unterwegs – und deshalb auch noch die roten Doppeldecker-Busse, manche von ihnen sogar noch mit Aufspringplattform und Kondukteur, der Auskunftsperson, Gesprächspartner und „starker Arm“ für die älteren Fahrgäste ist. Doch die „Roten“ werden bald ganz wegrationalisiert, ersetzt durch die fahrtüchtigeren einstöckigen Importmodelle, die Bendy Busses mit ihren Kurvenscharnieren – allerdings nicht ohne Protest der Nostalgiker, die daran erinnern, dass die Doppeldecker wie die roten Briefkästen und Telefonkabinen und der Big Ben zum internationalen Image und zur Identität Londons gehören. Die ausrangierten Routemasters kurven derweil schon durch Indien und Kuba.

Linien und Farben
Neuerungen wie diese gibt es zurzeit viele im so traditionellen Londoner Verkehrssystem. Das U-Bahn-Netz wurde erweitert durch die Docklands Light Railway und die Jubiläums-Jubilee Line. Und trotzdem befindet sich das Transportsystem noch immer an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit, denn es gibt heute 20 Prozent mehr Fahrgäste. Weil London wächst und wächst. Aber auch, weil der amtierende Bürgermeister Ken Livingstone eine Maut auf das Befahren der City mit Personenwagen eingeführt hat.
In der Circle line könnte ich sitzen bleiben und immer im Kreis herum fahren, doch nach mehreren Stationen steige ich wieder aus und um, lasse mich von den Wegweisern und Befehlen führen: „Keep left!“, der Linksverkehr gilt hier auch für die Fussgänger in den unterirdischen Gängen. „Stand right!“, „No Smoking!“. Und immer wieder: „Bomb Shelter“. Ich wähle schnell: Den Gang rechts oder links? Die Rolltreppe dort oder hier, auf oder ab? Rot, Dunkelblau, Schwarz – oder wieder Gelb? Die geometrisch angelegten Linien des weltberühmten diagrammatischen Plans mit den klar identifizierbaren Farben für jede Linie – z.B. Schwarz für die Northern line oder Gelb für die Circle line – wurde von vielen Transportunternehmen in der Welt kopiert. So lerne ich dieses Mal im London Transport Museum am Covent Garden. Das Logo der Londoner Untergrund-Bahn: ein dicker Kreis mit einem darüber hinaus lappenden Balken, das zudem auch alle Stationen ziert, hat die Faceliftings seit 1916 unbeschadet überstanden. Im Museumsshop wird daraus wacker Kapital geschlagen: Hier ist alles – Socken, Tassen, T-Shirts, Kappen, Farbstifte, Uhren und mehr – mit dem Logo und den charakteristischen Farben versehen. Und ich verstehe nun, warum der neue Heathrow Express – samt Polstermuster und Angestelltenuniformen – in ein geschmackloses Violett eingefärbt ist: Die Farbe war noch nicht besetzt.

tube – rush hour – jam
Gemeinsam mit einer wachsenden Menschenmenge warte ich wieder auf den nächsten U-Bahn-Zug. „The Sea Inside“, das Gesicht des Oskar-gekrönten Schauspielers Javier Bardem, auf die Wände jeder Station gepflastert, blickt auch hier, auf zwei Meter aufgeblasen, auf uns herab und doch an uns vorbei. Sich auf sich selbst zurückziehen und in der Fantasie über weite Landschaften fliegen: Eine Fähigkeit, mit der man in diesem Labyrinth „under ground“ auf Dauer überleben müsste. Die Menschen sehen müde aus, erschöpft, die Stadt zehrt an ihnen. Die wenigen Schalensitzbänke sind alle besetzt, aus dem Schacht weht uns ein leichter Wind an, der nach Fäulnis stinkt. Ratten rennen unter den Geleisen durch, verschwinden in die Dunkelheit des Schachts hinein, die Menschen oben schauen, mit Ekel und Neugier. Dem sinnlichen Mund Bardems gegenüber ist in riesigen Lettern zu lesen: „The Greater Show is Earth!“, darunter bemalte Gesichter, Ureinwohner, woher, ist nirgends zu lesen, eine Steppe, daneben mit Ausrufezeichen bekundete mediale Begeisterung: „breathtaking!“, „unmissable!“, “unforgettable!” “spectacular!”, “magical!”, „Seeing is believing!“. Andere Plakate werben dafür, dass London 2012 Olympia-Stadt werden soll.
Ein tiefes Grollen wie von einem Donner lässt den Boden erzittern, das unheimliche Wummern kündigt die Ankunft einer U-Bahn an – der „tube“, wie die Londoner sagen. Die tube, die „Röhre“: Damit war eigentlich einmal die Röhre gemeint, die man gegraben hatte, damit die ersten, noch mit Dampf betriebenen unterirdischen Züge durch sie hindurch fahren konnten. Vor hundert Jahren entstand das U-Bahn-Tunnelnetz, es wuchs rasant, und mit „die Röhre“ meinte man bald die Züge und nicht mehr die Tunnels.
Wie „the tube“ gibt es andere Begriffe, hinter denen in Zusammenhang mit dem Verkehr in London ganze Geschichten stehen. Meine Grosstante, die vor einigen Jahren als über 90-Jährige in London gestorben ist, vermied es konsequent, während der „rush hour“ in der Stadt unterwegs zu sein. Sie konnte mit dem schnellen Marschtempo nicht mehr mithalten. Einen „jam“ hingegen, einen Verkehrsstillstand, wollte sie ebenso wenig miterleben. So wagte sie sich nur zwischen 9 und 11 Uhr und zwischen 14 und 16 Uhr in die Stadt, ging zielstrebig zum Arzt oder in einen Laden und setzte sich in kein Café, sondern floh wieder nach Hause, bevor die arbeitenden Massen aus den Büros strömten. Immer wieder waren die steilen Rolltreppen in der tube station, wo sie wohnte, „out of order“; dann brauchte sie eine Viertelstunde, bis sie an der Erdoberfläche angelangt war.

London unter London
Die tube misst 1600m2 Grundfläche, mit über 400km Schienen: Ein unübersichtliches Gewirr von Gängen und Schächten. Bis zu einem Drittel der Londoner sind jeweils in den Tunneln unterwegs, um von einem Punkt zu einem anderen Punkt im Koordinatensystem der riesigen Stadt zu gelangen. Doch neben diesem rege benutzten Röhrennetz gibt es ein mindestens eben so grosses Netz, das stillgelegt ist, mit unzähligen Geisterbahnhöfen. In Londoner Buchläden stehen Regale voller Bücher – „London under London“ heisst eines der bekanntesten – über die Röhrenmetropole unter den Häusern Londons. Während des Zweiten Weltkriegs verbargen sich die Londoner da unten vor den Luftangriffen der Deutschen.
Die Tunnels hier unten haben etwas von einem Alptraum, in dem man nie mehr den Ausweg findet. „Mind the Gap!“, mahnt eine tiefe, automatische Stimme. In den Wagen der U-Bahn drin sitzen die Leute sich auf langen Bänken gegenüber, sie müssen sich ansehen oder ihre Augen hinter einer Zeitung oder einem Buch vergraben. Ich lese mit. Keine „20 Minuten“-Gratiszeitungen, dafür Cartwright, Yann Martel, ein Buch zu Katmandu, der Evening Standard. Viele der Passagiere, ihre Wurzeln lagen irgendwann einmal in Schwarzafrika, Indien, Sri Lanka, China, Ost- und Westeuropa, schliessen für ein paar Augenblicke die Augen. Immer wieder flackert das grelle weisse Licht, das die Gesichter bleich und ausgemergelt erscheinen lässt. Bankers mit ihren Aktenkoffern und blank polierten Schuhen steigen ein, unterhalten sich laut und angeregt. Ein Mann schwankt durch die Gänge und bettelt. Ein asiatisches Liebespaar mit Piercings überall schmust in einer Ecke. Ein alter indischer Mann ordnet den dünnen weissen Plastiksack auf seinen Beinen immer neu. Dann endlich steige ich aus und vertraue mich den „Way Out“-Schildern an.
„Planning a city break?“, fragt mich ein Werbe-Plakat. Das muss der Wunsch von vielen Londonern sein: diesem Moloch zu entfliehen. Ich komme wieder.

Bettina Spoerri, geboren 1968 in Zürich, aufgewachsen in Basel. Phil. I. Studium in Zürich, Berlin und London, Promotion 1998.
2001-2003: Kulturredaktorin St.Galler Tagblatt. Lebt heute als Kulturvermittlerin und freie Journalistin in Zürich und schreibt an einem längeren Prosatext, der u.a. in London spielt.

seismograf.ch - die Website von Bettina Spoerri - www.seismograf.ch

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